18.11.2016

Diabetes, eine mitochondriale Funktionsstörung

Darstellung einer Mitochondrie.


Mitochondrien in einer Lungenzelle 
unter dem Elektronenmikroskop

Täglich erhalten etwa 1000 Deutsche die niederschmetternde Nachricht, dass sie Typ-2-Diabetes haben. Vor noch 50 Jahren waren es weniger als 100 pro Tag. Wie konnte dies nur geschehen? 

Dies konnte geschehen, weil unsere Schulmedizin, welche sich selbst als evidenzbasiert bezeichnet, die tiefe Ursache von Diabetes, eine beschränkte Glukosetoleranz, kaum zur Kenntnis nimmt und stattdessen Symptome behandelt. Dr. Bodo Kuklinski gehört zu den Ärzten, welche sich damit nicht zufrieden geben. Er schreibt: 

"Der Typ-II-Diabetes mellitus ist eine Multisystemerkrankung. Sie beruht auf einer mitochondrialen Zytopathie (eine krankhafte Störung in der Funktion der Mitochondrien) mit Laktatazidose Typ II (metabolische Übersäuerung infolge eines Überschusses an Wasserstoffionen aus Milchsäure) und geht mit nitrosativem Stress (Belastung durch eine überschießende Produktion von Stickstoffmonoxid-Ionen) einher. Diese Funktionsstörung ist verantwortlich für die Multi- bzw. Komorbiditäten wie Adipositas, Hypertonie, Fettleber und -hepatitis mit Lipid- und Triglyceridämie, erhöhtes Risiko für Krebs, chronisch-ischämische Herzkrankheiten, Angiopathie mit Retina- und Nierenschäden, Demenz, Depression, periphere und vegetative Polyneuropathien. Die Senkung erhöhter Blutzuckerwerte durch orale Antidiabetika oder Insulin kann initial erforderlich sein, eine Dauerlösung ist sie nicht. Sie stellt die Behandlung des Surrogatparameters (des Messwertes) Glykämie dar. Die mitochondriale Zytopathie und die Komorbiditäten werden nicht beeinflusst. Schon bei normgewichtigen Kindern von Eltern mit Typ-II-Diabetes sind mitochondriale Funktionsstörungen nachweisbar. Nach Glukoseinfusion zeigten sie gegenüber gleichaltrigen Kindern gesunder Eltern eine um 60 % reduzierte Glukoseaufnahme in die Muskulatur, stattdessen eine muskuläre Triglyceridakkumulation um + 80 % und eine Hemmung der mitochondrialen oxidativen Phosphorylierung um – 30 %. Das heißt, Kohlenhydrate hemmen die Mitochondrien. Statt energetisch utilisiert zu werden, bilden sie Fettdepots. Die ATP-Synthese sinkt."

Mitochondrien

Mitochondrien sind winzige Organellen in unseren Körperzellen. In einer Nervenzelle befinden sich beispielsweise ca. 5000 aktive Mitochondrien, in Muskelzellen mehrere tausend. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, chemische Energie für alle Lebensprozesse unseres Körpers herzustellen. Mitochondrien spalten aus der Glukose und den Fettsäuren aus unserer Nahrung Wasserstoffatome mit überschüssigen Elektroden ab. Die freien Elektronen verwandeln sich schrittweise von dem sehr energiereichen Ausgangszustand zu immer energieärmeren Zuständen. Während dieser äußerst komplexen Prozesse, welche in einem optimalen Zusammenspiel von Vitaminen, Enzymen und Spurenelementen ablaufen, entsteht energiereiches ATP (Adenosin-Triphosphat). 

ATP ist der universelle Treibstoff für alle Lebensreaktionen, für Nervenimpulse, Sinneswahrnehmungen, Muskelkontraktionen, Hormonproduktionen und auch für die Zellteilung. 60-80 kg ATP produzieren die Mitochondrien eines gesunden Erwachsenen täglich.  

Nimmt die Leistungsfähigkeit der Mitochondrien ab, dann betrifft dies direkt die Leistungsfähigkeit des Organs, dem diese Zelle angehört. Durch Funktionsstörungen der Mitochondrien entstehen krank machende Prozesse in allen Bereichen unseres Körpers. Versiegt die ATP-Produktion in einer Zelle, stirbt sie ab oder entartet. Ein gesunder Körper zerstört Zellen, wenn sie zu entarten drohen, indem er ihre Mitochondrien lahm legt. 

Gut funktionierende, vitale Mitochondrien sind Vorbedingung für Gesundheit und Vitalität. Funktionsgestörte, geschwächte Mitchondrien führen zu chronischen Erkrankungen.

Die Ausbeute von ATP aus einem Molekül Glukose beträgt 31 Moleküle ATP. Die Ausbeute von ATP aus einem Molekül Palmitin-Fettsäure beträgt 104 Moleküle ATP. Welch ein Unterschied! 

Mitochondrienmedizin und Diabetes

Was sagt die Mitochondrienmedizin zu Typ-2-Diabetes? Sie sagt, dass nicht alle Menschen gleichermaßen Kohlenhydrate tolerieren. Die Mitochondrien des Einen können mit einem hohen Kohlehydratanteil in der Ernährung leistungsfähig bleiben, wogegen schon ein moderater Konsum von Kohlenhydraten bei einem anderen die ATP-Produktion stark verringert. Funktionsstörungen der Mitochondrien treten auf, wenn jemand ständig mehr Kohlenhydrate zu sich nimmt, als er toleriert. Dann entwickeln sich chronische Krankheiten wie Insulinresistenz und Hyperinsulinämie, ein gestörtes Zusammenspiel der Hormone, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Fettleber, Gefäßerkrankungen und schließlich Typ-2-Diabetes. 

Mitochondriale Dysfunktionen erklären, weswegen Diabetiker zusätzlich zu ihrem erhöhten Blutzucker so oft mit weiteren Krankheiten geschlagen sind, so oft gegen Übergewicht ankämpfen müssen, so oft an mangelnder Vitalität und an Depressionen leiden.

Evidenzbasierte Medizin und Diabetes    

Was sagt die evidenzbasierte Medizin? Sie nennt ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel als Ursache von Diabetes. Der Diabetesinformationsdienst München, eine Abteilung der Helmholtzgesellschaft mit Forschungsschwerpunkt Diabetes, schreibt: "nach den in Abstimmung mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft erstellten Ernährungsempfehlungen soll die Kohlenhydrataufnahme zwischen 45 und 60 Prozent der Gesamtmenge liegen. Die Aufnahme von reinem Zucker ist nicht völlig verboten, vielmehr sind bis zu 10% der Gesamtkalorien in Form von Zucker erlaubt (bis zu 50 g/Tag)." 

Was heißt dies? Ein staatliches Forschungsinstitut rät allen Diabetikern, welche gerade keine Hungerkur machen, 300-400 g/Tag Kohlenhydrate zu essen, welche sich im Darm zu Glukose aufspalten und dann in den Blutkreislauf fließen. Dies sind 300-400 Gramm reiner Traubenzucker pro Tag, welche in die Zellen gezwungen werden müssen! Kann dies dauerhaft gut gehen? Nein. Die fortschreitende Entwicklung des Diabetes bei den allermeisten Patienten, die diesem Rat folgen, spricht für sich.

Wahrscheinlich hat keiner dieser Wissenschaftler, wenn er selbst von Diabetes betroffen ist, anhand eines Blutzucker-Messgerätes die Auswirkungen dieser Ernährungsweise an sich selbst überprüft.     

Würde ich dieser Empfehlung folgen, müsste ich mehrmals täglich Insulin spritzen, um nicht in ein diabetisches Koma zu fallen. Zusätzlich würden mir Metformin, sehr wahrscheinlich Cholesterinsenker (Statine) und Blutdrucksenker verschrieben, eventuell noch andere Medikamente. Meine Blutzuckerwerte würden stark zwischen Über- und Unterzuckerung schwanken. Meine Insulinwerte wären dauerhaft stark erhöht, welches bekannterweise die Insulinresistenz und das Risiko für Herzinfarkt und Gehirnschlag erhöht. Dadurch müssten im Laufe der Zeit immer mehr Insulineinheiten gespritzt werden, welche wiederum die Insulinresistenz erhöhen. Ein Teufelskreis.

Ich hatte das Glück -oder war es mein aufmerksamer Schutzengel- dass ich an dem Tag, als ich gemeinsam mit rund 1000 anderen Deutschen als Diabetiker diagnostiziert wurde, auf das Buch "Leben ohne Brot" des Internisten Dr. Wolfgang Lutz stieß, welches er schon runde 50 Jahre zuvor veröffentlicht hatte. Seinen Ratschlägen folgend, habe ich meinen Kohlenhydratkonsum auf unter 50 Gramm täglich reduziert, den Fettkonsum stark erhöht und den Eiweißkonsum moderat gehalten. Seitdem ist mein Blutzucker im Tagesverlauf sehr stabil und der Langzeitwert im nicht-diabetischen Bereich. Mein Insulinspiegel ist niedrig, mein Blutdruck und meine Blutfettwerte normalisiert, obwohl ich keine Medikamente einnehme und immer noch stark übergewichtig bin. 

Selbstverständlich beschränkt sich die Mitochondrienmedizin nicht nur auf den einen Ratschlag, sich kohlenhydratarm und fettreich zu ernähren. Ihr geht es darum, keine Nährstoffmängel und keinen chemischen Stress zu erzeugen, Funktionsstörungen der Mitochondrien zu erkennen und zu korrigieren. Dafür bedarf es an der Basis einer nährstoffreichen Ernährung aus qualitativ hochwertigen, naturbelassenen Lebensmitteln. Dies sind Lebensmittel ohne Strichcode. Grünes Gemüse, Salate, frische Kräuter, Eier aus Freilandhaltung, Butter und Sahne von Weidetieren, fetter Rohmilchkäse, fettes Fleisch und Innereien von Weidetieren, sowie fetter Fisch gehören hierzu. Zucker, Getreide, Reis und Kartoffeln gehören eindeutig nicht hierzu.

Eine entspannte, heitere Lebensweise, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, guter Schlaf, intermittierendes Fasten, ab und zu eine längere Fastenkur, wenig Alkohol, kein Tabak sind eine Wohltat für unsere Mitochondrien, Ärger und Stress dagegen Gift. 

Als ich mich tiefer in die Literatur der Mitochondrienmedizin einlas, erfuhr ich mit Erschrecken, dass Biguanide (Metformin) und Statine (Cholesterinsenker) die Mitochondrien stark belasten. Metformin erzeugt Laktatazidose und baut wichtiges Vitamin B12 ab. Statine bauen das wichtige Coenzym Q10 ab und führen zu nitrosativem Stress. Beide Medikamente können bei einer Dauertherapie die mitochondriale Störung intensivieren. Dabei handelt es sich hier um die am häufigsten verschriebenen Medikamente für Typ-2-Diabetiker.

Der frisch diagnostizierte Diabetiker steht vor einem Dilemma. Soll er seinem Arzt vertrauen, der den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft folgt? Oder soll er den Aussagen der Mitochondrienmedizin vertrauen? 

Da hilft im Grunde nur ein Selbstversuch: Blutzucker-Messgerät kaufen, eine strikt kohlenhydratarme, fettreiche Diät beginnen und messen. 


Links:

Die Website von Dr. Bodo Kuklinski: www.dr-kuklinski.info enthält sehr informative Publikationen zur Mitochondrienmedizin in Form von PDF-Dokumenten.

Informationen, Rezepte, Schulungen zur LCHF-Ernährungsrevolution: 
www.lchf-deutschland.de

  

27.09.2016

J. A. Brillat-Savarin - Gastrosoph


Das Buch "Die Physiologie des Geschmacks" von Jean Anthelme Brillat-Savarin, 1826 herausgegeben, gilt zu Recht als eine Säule der französischen Lebensart. Ach, wenn doch unsere zeitgenössischen Ernährungsberater und Mediziner nur ein wenig von der Kunst der Beobachtung dieses großen Gastrosophen mitbekommen hätten. Er riet den wenigen Zeitgenossen, welche damals mit einem "diabète gras" (fetter Diabetes) geschlagen waren, zu einer streng zucker- und stärkearmen Diät. Ein Beleg für die Richtigkeit der Aussage Marie Antoinettes: "es gibt nichts Neues zu entdecken, wir hatten es nur vergessen". Hier seine:


Einundzwanzigste Betrachtung
Ueber die Fettleibigkeit

Wäre ich wohlbestallter Arzt und Doctor der Medicin geworden, so würde es mein Erstes gewesen sein, eine gute Monographie über die Fettleibigkeit zu schreiben. Damit hätte ich meine Herrschaft in diesem Zweige der Wissenschaft begründet und nun den doppelten Vortheil genossen, die Leute, die sich am besten befinden, zu Kranken zu haben und mich tagtäglich von der schönern Hälfte des Menschengeschlechts belagert zu sehen, denn ein richtiges Maß von Fülle und Rundung zu besitzen, nicht zu viel und nicht zu wenig, ist ja für die Frauen das Studium ihres ganzen Lebens.

Was ich nicht gethan habe, wird ein anderer Arzt thun, und wenn er zugleich tüchtig, verschwiegen und ein hübscher Bursche ist, so prophezeie ich ihm wunderbare Erfolge.

Inzwischen aber will ich doch den Reigen eröffnen, denn in einem Werke, das den Menschen, in sofern er sich ernährt, zum Gegenstande hat, ist ein Abschnitt über die Fettleibigkeit unerläßlich.

Ich verstehe unter Fettleibigkeit jenen Grad von Fettanhäufung, wo die Glieder, ohne dass das Individuum krank ist, allmählich an Umfang zunehmen und ihre ursprüngliche Gestalt und Harmonie verlieren.

Eine Art von Fettleibigkeit beschränkt sich auf den Unterleib. An Frauen habe ich dieselbe nie beobachtet: da diese nämlich im allgemeinen eine weichere Faser haben, so verschont die Fettleibigkeit, wenn sie ein Mitglied der schöneren Hälfte der Menschheit befällt, keinen Theil des Körpers. Ich nenne diese Art von Fettleibigkeit Gastrophorie und die damit Behafteten Gastrophoren (Bauchträger). Ich gehöre selbst zu dieser Klasse, aber obgleich mit einem stattlichen Bäuchlein gesegnet, habe ich immer noch dürre Waden und vorstehende Sehnen wie ein arabischer Renner.

Nichtsdestoweniger habe ich meinen Bauch immer für einen gefährlichen Feind angesehen. Ich habe ihn besiegt und auf eine majestätische Rundung beschränkt – aber ich mußte kämpfen, um zu siegen, und was in diesem Abschnitte Gutes enthalten sein mag, das verdanke ich einem dreißigjährigen Kampfe.

Ich beginne mit einem Auszuge aus mehr als fünfhundert Zwiegesprächen, die ich mit Tischnachbarn hatte, welche entweder schon von der Fettleibigkeit befallen oder doch von ihr bedroht waren.

Der Dicke: Mein Gott, was für köstliches Brot! Woher beziehen Sie das?

Ich: Von Limet in der Rue de Richelieu, dem Bäcker ihrer Kgl. Hoheiten des Herzogs von Orleans und des Prinzen Condé. Ich nahm ihn, weil er mein Nachbar ist, und behalte ihn bei, weil ich den ersten Bäcker der ganzen Welt in ihm erkannt habe.

Der Dicke: Das werde ich mir merken. Ich esse viel Brot, und bei solchen Brötchen, wie diese sind, könnte ich mich alles übrigen entschlagen.

Ein zweiter Dicker: Aber was machen Sie denn? Sie schöpfen die Fleischbrühe von Ihrer Suppe ab und lassen den schönen Reis auf dem Teller?

Ich: Das ist eine besondere Diät, die ich mir zum Gesetz gemacht habe.

Der Dicke: Eine schlechte Diät, mein Herr! Reis ist eine Delicatesse für mich, ebenso wie die Mehlspeisen, die Pasteten und dergleichen: das sind die nahrhaftesten, billigsten und leicht verdaulichsten Speisen.

Ein ganz Dicker: Haben Sie die Güte, mein Herr, und reichen Sie mir die Kartoffeln her, die da vor Ihnen stehen. Man ist so im Zuge, daß ich nachher zu spät zu kommen fürchte.

Ich: Hier sind die Kartoffeln, mein Herr.

Der Dicke: Aber auch Sie werden sich doch bedienen? Der Vorrath reicht für uns beide aus, und nach uns die Sündflut!

Ich: Ich danke, mein Herr. Ich betrachte die Kartoffel nur als ein Schutzmittel gegen Hungersnoth, im übrigen aber finde ich, daß sie entsetzlich fade schmeckt.

Der Dicke: Eine gastronomische Ketzerei! Es giebt nichts Besseres als Kartoffeln. Ich esse sie auf jede Art zubereitet, und sollten noch im zweiten Gange Kartoffelgerichte auf den Tisch kommen, so gebe ich hiermit die übliche Erklärung zur Wahrung meiner Rechte ab.

Eine dicke Dame: Sie würden mich sehr verbinden, mein Herr, wenn Sie mir die Bohnen von Soissons reichen lassen wollten, die ich da unten auf dem Tische sehe.

Ich: Oh in Soissons zu sein, wo die dicken Bohnen gedeih'n

Die Dame: Spotten Sie nicht, die Bohnen sind ein wahrer Schatz für jene Gegend. Paris bezieht von dort für ganz bedeutende Summen. Auch die kleinen Ackerbohnen, die man für gewöhnlich englische Bohnen nennt, empfehle ich ihrer Gewogenheit, grün gekocht und gegessen, sind sie ein Essen für Götter.

Ich: Fluch den Ackerbohnen! Fluch den Bohnen von Soissons! ...

Die Dame ( mit entschlossener Miene): Ich verlache Ihren Fluch. Sollte man nicht meinen, Sie machten für sich ganz allein ein Concil aus?

Ich ( zu einer andern): Ich wünsche Ihnen Glück zu Ihrer herrlichen Gesundheit, Madame. Wie mir scheint, sind Sie ein wenig beleibter geworden, seit ich das letzte Mal die Ehre hatte, Sie zu sehen.

Die Dame: Das verdanke ich wahrscheinlich meiner neuen Diät.

Ich: Wie so?

Die Dame: Ich nehme nämlich seit einiger Zeit zum Frühstück eine gute Fleischsuppe, eine Portion wie für zwei, und was für eine Suppe! Der Löffel würde darin stehen. –

Ich ( zu einer dritten): Madame, wenn Ihre Augen mich nicht täuschen, so würden Sie ein Stück von dieser Apfeltorte annehmen? Ich werde Sie zu Ihrer Genugtuung anschneiden.

Die Dame: Bitte, mein Herr, diesmal täuschen meine Augen Sie wirklich. Ich habe hier zwei Lieblingsgerichte, die aber beide männlichen Geschlechts sind. Jenen Reiskuchen da mit der goldglänzenden Kruste und dies colossale Savoyer Zuckerbrot. Denn merken Sie sich ein für alle Mal, ich schwärme für süßes Backwerk. 

Ich ( zu einer vierten): Wünschen Sie vielleicht, Madame, daß ich, während man da unten politisirt, diese Marzipantorte für Sie zur Rede stelle?

Die Dame: Wenn Sie die Güte haben wollen – nichts geht mir über Backwerk. Wir haben einen Kuchenbäcker zum Miether, und ich glaube, meine Tochter und ich verzehren bei ihm den ganzen Miethzins, wenn nicht gar mehr.

Ich ( nachdem ich die junge Dame einer Musterung unterworfen): Diese Diät bekommt Ihnen beiden vortrefflich. Ihr Fräulein Tochter ist wirklich ein sehr schönes Mädchen, vollkommen entwickelt.

Die Dame: Werden Sie glauben, dass ihre Freundinnen ihr bisweilen sagen, sie sei zu fett?

Ich: Das geschieht vielleicht aus purem Neid ...

Die Dame: Das ist schon möglich. Uebrigens verheirathe ich sie jetzt, und das erste Kindbett wird schon alles in Ordnung bringen. -


Durch Gespräche dieser Art verschaffte ich mir Klarheit über eine Theorie, deren erste Grundlage ich einer Beobachtung an andern Geschöpfen als dem Menschen entnommen hatte, nämlich daß die Fettleibigkeit zur Hauptursache stets eine Diät hat, in der die Mehl- und Stärke-Elemente allzu sehr vorherrschen. Auf dieselbe Weise vergewisserte ich mich auch, dass eine derartige Ernährungsweise stets die nämliche Wirkung hat.

Die fleischfressenden Thiere, wie z. B. der Wolf, der Schakal, die Raubvögel, der Rabe u. s. w., werden in der That niemals fett.

Auch die Pflanzenfresser werden selten fett, wenigstens so lange das Alter sie nicht ruhig macht. Dagegen mästen sie sich schnell und zu jeder Zeit, sobald man sie mit Kartoffeln, Getreide oder sonstigen Mehlarten füttert.

Bei den Wilden und in den Gesellschaftsklassen, wo man arbeitet, um zu essen, und isst, um zu leben, tritt die Fettleibigkeit niemals auf.


Der Brillat-Savarin, ein Weichkäse 
aus Rohmilch mit 75% Fettgehalt 


Ursachen der Fettleibigkeit

Im Anschluß an die vorstehend aufgeführten Beobachtungen, von deren Richtigkeit sich jeder überzeugen kann, ist es leicht, die Hauptursachen der Fettleibigkeit anzugeben.

Die erste ist die natürliche Anlage des Individuums. Beinahe alle Menschen werden mit gewissen Anlagen geboren, die schon auf ihrer Physiognomie ausgeprägt stehen. Von hundert Personen, die an der Schwindsucht sterben, haben neunzig braunes Haar, ein langes Gesicht und eine spitze Nase. Von hundert Fettleibigen haben neunzig ein rundes Gesicht, runde Augen und eine Stumpfnase.

Es giebt also unzweifelhaft Personen, die gewissermaßen zur Fettleibigkeit prädestinirt sind, und deren Verdauungskräfte unter sonst gleichen Umständen eine größere Quantität Fett aus den Nahrungsstoffen ausziehen.

Diese physikalische Wahrheit, von der ich fest überzeugt bin, beeinflußt in gewissen Fällen meine Anschauungsweise auf eine recht unangenehme Art.

Trifft man in der Gesellschaft ein kleines, lebhaftes, rosiges Fräulein mit keckem Stumpfnäschen, gerundeten Formen, weichen Patschhändchen, kurzen und fleischigen Füßchen, so ist alle Welt entzückt und findet sie reizend, während ich, durch die Erfahrung belehrt, sie mit Blicken betrachte, die um zehn Jahre vorauseilen, schon die Verwüstungen sehe, welche die Fettleibigkeit alsdann unter diesen thaufrischen Reizen angerichtet haben wird, und im Stillen über Uebel seufze, die noch gar nicht existiren. Dies vorgängige Mitleid ist ein peinliches Gefühl und bietet einen Beweis mehr für die Wahrheit, dass der Mensch noch weit unglücklicher sein würde als jetzt, wenn er die Zukunft vorhersehen könnte.

Die zweite Hauptursache der Fettleibigkeit bilden die Mehlspeisen, die der Mensch zur Grundlage seiner täglichen Nahrung macht. Wie schon gesagt, werden alle Thiere, die von Mehl enthaltenden Stoffen leben, fett, ob sie wollen oder nicht, und auch der Mensch unterliegt diesem allgemeinen Gesetze.

Noch schneller und sicherer bringt das Mehl seine Wirkung hervor, wenn es mit dem Zucker verbunden wird. Der Zucker und das Fett enthalten als gemeinsames Princip den Wasserstoff, beide sind verbrennlich. Mit dieser Beimischung wird aber die Stärke um so wirksamer, da sie nun dem Geschmacke weit mehr zusagt und man doch die gezuckerten Nebenspeisen erst dann zu essen pflegt, wenn der natürliche Appetit bereits befriedigt und nur noch jener Luxusappetit vorhanden ist, den man durch alles anstacheln muss, was die ausgesuchteste Kunst und der verlockendste Wechsel herzugeben vermögen.

Nicht weniger fettbildend wirkt das Stärkemehl, wenn es als Beimischung zu Getränken, wie z. B. zum Bier und ähnlichen, in den Körper eingeführt wird. Die staunenerregendsten Bäuche sind daher auch bei den biertrinkenden Völkern zu finden, und einige pariser Familien, die 1817 aus Sparsamkeit Bier tranken, weil der Wein zu theuer war, sind dafür mit einer Leibesfülle belohnt worden, mit der sie durchaus nichts mehr anzufangen wissen …


Das Schicksal der Nationen
hängt von der Art ab,
wie sie sich ernähren.
(Brillat-Savarin)




31.08.2016

Insulinresistenz im Kindesalter

Dieses Mädchen leidet sehr wahrscheinlich 
an Insulinresistenz und Hyperinsulinämie

Immer wieder überrascht es mich, wie wenig unsere Ärzte die Anzeichen für eine sich entwickelnde Insulinresistenz beachten. Bei der 8-jährigen Eva, die mich im Sommer des vergangenen Jahres mit ihren Eltern besucht hatte, waren die äußeren Anzeichen von Hyperinsulinämie und Insulinresistenz derart deutlich zu erkennen, dass ich ungläubig mit Kopfschütteln reagierte, als mir die Eltern sagten, dass ihr Hausarzt nicht auch nur einmal dem Grund für den wachsenden Bauchspeck des Kindes nachgegangen ist. Als mir die Mutter sagte, dass Eva bei ihrer Geburt schon 4,6 kg gewogen habe und regelrecht zuckersüchtig sei, klingelten bei mir die Alarmglocken und ich erklärte ihnen, warum ihre Tochter sehr wahrscheinlich an einer Störung des Glukose-Stoffwechsels leide.

Nach den Sommerferien hatten die Eltern auf meinen Rat einen oralen Glukose-Toleranztest mit Insulinbestimmung bei Eva durchführen lassen, welcher eindeutig Insulinresistenz mit Hyperinsulinämie diagnostizierte.

Insulinresistenz mit Hyperinsulinämie ist die treibende Kraft für Fettleibigkeit, Herzkreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Neuere medizinische Forschungen zeigen, dass Insulinresistenz als Schutzreaktion von Mitochondrien gegen ein Zuviel an Glukose aufgefasst werden kann. Es handelt sich somit ursächlich um eine Dysfunktion in der Verwertung von Glukose im Zentrum der Energieerzeugung unserer Körperzellen selbst. 

Früh erkannt lässt sich diese Störung wohl nicht heilen, jedoch gut im Zaum halten mit einer Kost aus unverfälschten, nährstoffreichen Lebensmitteln mit sehr wenig Zucker und wenig Stärke, moderat Eiweiß und viel natürlichem Fett. Das genaue Gegenteil der kohlenhydratreichen, fettarmen "gesunden Mischkost", welche die Deutsche Gesellschaft für Ernährung propagiert.

Kann man Kindern zumuten, keine Süßigkeiten mehr zu essen? Ja, man kann. Eva litt furchtbar unter den ständigen Hänseleien ihrer MitschülerInnen. So erstaunte es mich nicht, dass sie ab dem Moment auf Süßes verzichtete und stärkereiche Speisen mied, als ihre Mutter ihr genau erklären konnte, warum selbst relativ wenig Zucker, Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln in ihrem Körper schon als Gift wirken.

In diesem Sommer hüpfte mir eine leichtfüßige, strahlende Eva entgegen. Wie schnell und radikal eine zucker- und stärkearme, fett- und nährstoffreiche Kost doch in diesem Alter wirkt. Mutter und Vater hatten ihr Essverhalten gemeinsam mit Eva umgestellt, sich recht schnell an die neue Kost gewöhnt und sie schätzen gelernt. Eva hatte ihre Zuckersucht mit der neuen Ernährungsweise überraschend schnell überwunden und eine Lebensfreude und Vitalität entwickelt, welche die Eltern so lange Zeit schmerzlich bei ihrem Kind vermisst hatten.   

Eine nicht erkannte Insulinresistenz führt zu ernsthaften Problemen; denn dabei steigt der Insulinspiegel im Blut im Laufe der Zeit an, welches wiederum die Insulinresistenz verschlechtert. Ein wahrer Teufelskreis. 

Ein ständig hoher Insulinspiegel schädigt die innerste Schicht aller Blutgefäße und erhöht so das Risiko für die Entwicklung lebensgefährlicher Gefäß und Herz-Kreislauf Erkrankungen, lange bevor erhöhte Blutzuckerwerte auftreten und oft Jahrzehnte bevor sich Typ-2-Diabetes manifestiert. Ganz abgesehen davon, dass ein ständig erhöhter Insulinspiegel zu Fettleibigkeit führt, welche gerade junge Menschen nicht nur in ihrer körperlichen Entwicklung schwer belastet. 

Ist es nicht die Aufgabe von Eltern sich zu bilden und ihre Kinder mit guten Argumenten aufzuklären? Verbote ohne Argumente und ohne vorgelebtes Beispiel, das wissen wir alle, bleiben wirkungslos. Dass uns niemand diese Aufgabe abnehmen kann, wissen wir ebenfalls. Das Beispiel von Eva und ihrer Eltern beweist, dass eine Umstellung der Ernährungsweise funktioniert, wenn alle Familienmitglieder mitmachen.

Hyperinsulinämie mit Insulinresistenz ist eine der meist verbreiteten Hormonstörungen unserer Zeit. Seit etwa 50 Jahren gibt es Analysemethoden, mit welchen Insulin gemessen werden kann. So ist bekannt, dass es große Unterschiede in der Ausschüttung von Insulin auf eine gegebene Menge von Glukose gibt. Je nach Individuum variiert die Insulinantwort zwischen dem Ein- und Sechsfachen in einer relativ kleinen Population, ohne die Ausreißer nach unten und oben mitzuzählen. Diejenigen unter uns, deren Mitochondrien größere Mengen an Glukose schlecht tolerieren und deren Pankreas überschießend auf Glukose reagiert, haben bei unserer heutigen zucker- und stärkereichen Standardkost ihr Leben lang gegen Übergewicht anzukämpfen, laufen Gefahr an Herzinfarkt oder Gehirnschlag zu versterben und bilden mit großer Wahrscheinlichkeit spätestens im Rentenalter einen manifesten Diabetes aus. 

Nein, der pandemische Anstieg von Fettleibigkeit, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes liegt nicht daran, dass die Menschheit auf einmal auf der faulen Haut liegt, statt sich zu bewegen, und sich überfrisst, statt Maß zu halten. Der Grund ist einzig und allein, dass raffinierter Zucker und hoch stärkehaltige Lebensmittel einen immer größeren Anteil an der menschlichen Ernährung einnehmen und bei immer mehr Menschen die Toleranzschwelle überschreiten.

Diese Produkte sind billig, lange Zeit haltbar, schmecken nach mehr und füllen weltumspannend die Regale der Supermärkte. Ihre Herstellung und Vermarktung liegt vorzugsweise in den Händen großer internationaler Konzerne, welche mit allen Mitteln des modernen Marketings ihren Umsatz und Profit steigern wollen. Kinder sind da eine besonders wichtige Zielgruppe; denn einmal in der Kindheit erworbene Marken- und Geschmackspräferenz bleiben oft das ganze Leben über vorherrschend. 

Muss man da mitmachen? Nein, ganz gewiss nicht.

Nachtrag:

Der orale Glukose-Toleranztest mit Insulinbesimmung (http://zuckerkrankwasnun.blogspot.fr/2016/06/die-diagnose-von-insulinresistenz.html) ist sicherlich der aussagestärkste Test, wenn man wissen möchte, ob ein übergewichtiges Kind unter Hyperinsulinämie leidet oder nicht. Sein Nachteil: er ist aufwändig und teuer. Oft reicht ein recht einfacher Test für eine erste Diagnose: morgens misst man den Nüchtern-Insulinspiegel des Kindes, gibt ihm eine Scheibe Toastbrot zu essen und misst nach 30-45 Minuten noch einmal den Insulinspiegel. 

In der Regel wird der Nüchtern-Insulinspiegel im Normbereich von weniger als 10 Mikroeinheiten/mL liegen. Wenn der 2. Wert 60 Mikroeinheiten/mL übersteigt liegt Hyperinsulinämie vor. Nicht selten übersteigt der 2. Wert 150, ja sogar 200 Mikroeinheiten/mL. Dann hilft dem Kind nur eine strikt zucker- und stärkearme Ernährung.




29.07.2016

Zu viel Insulin im Blut

Diagnose:
Hyperinsulinismus mit Insulinresistenz

Ständig zu viel Insulin im Blut führt zu Fettleibigkeit, Gefäßerkrankungen, Typ-2-Diabetes. 

Ein zu hoher Insulinspiegel kann mehrere mögliche Ursachen haben. Meistens liegt es an unserer modernen Ernährung mit zu viel Zucker, zu viel Stärke und zu viel Zucker-Fett-Kombinationen, nicht zu vergessen zuckerhaltige Getränke. 

Insulin hat mehrere Aufgaben. Eine besteht darin, Glukose in unsere Körperzellen einzuschleusen. Eine andere besteht darin, die Umwandlung von Fett in Glukose in unserer Leber, die Glukoneogenese, anzuhalten. Wenn dies geschehen ist, speichert Insulin Glykogen in der Leber. Insulin veranlasst, dass Überschüsse von Glukose und Proteine in Fett umgewandelt werden, Novo Lipogenese genannt. 

Im Grunde signalisiert Insulin unserem Organismus, einen Teil der mit der Nahrung ankommenden Energie entweder als Glykogen oder als Fett zu speichern. 

Wenn der Insulinspiegel fällt, beispielsweise nachts während wir schlafen, geschieht das Umgekehrte. Der Körper gibt einen Teil seiner gespeicherten Energie aus der Nahrung wieder frei, um die den Zellen Energie zu liefern. Alles funktioniert bestens, wenn sich Perioden von Nahrungsaufnahme und Fasten in etwa ausgleichen.

Wenn der Insulinspiegel immer erhöht ist, versucht der Körper ständig Glykogen und Fett zu speichern. Da der Glykogenspeicher schnell gefüllt ist, beginnt recht schnell die Fettspeicherung. Die Leber exportiert das Fett in Form von Triglyzeriden zusammen mit Lipoproteinen sehr geringer Dichte zu anderen Organen und in die Fettzellen, den Adipoziten.

Adipoziten sind Zellen, die auf die Fettspeicherung spezialisiert sind. Viele Fettzellen sind an und für sich nichts Schlimmes. Fettzellen sollen Fett speichern, mehr nicht, davon wird man nicht krank. Anders sieht es jedoch aus, wenn man dort Fett speichert, wo es nicht sein soll.

Dies fällt zuerst in der Leber auf; denn diese ist nicht dazu da, um Fett zu speichern. Doch wenn Hyperinsulinämie und zu viel Zucker zusammentreffen, geschieht gerade dies. Glukose wandelt sich um in Fett und der Überschuss bleibt in der Leber in Form von feinsten Tröpfchen stecken, genannt Leberverfettung. Fett in den Adipozyten ist in Ordnung, Fett in der Leber nicht. 

Fettzellen produzieren das Hormon Leptin. Dies signalisiert unserem Gehirn "wir haben genug, hör auf zu essen". Doch wenn unsere Fettzellen ständig viel Leptin produzieren, nimmt unser Gehirn diese Signale kaum noch wahr. Dies nennt sich Leptinresistenz und sie hat sich bei allen fettleibigen Menschen ausgebildet.

Die Leber gibt sich alle Mühe, nicht noch mehr zu verfetten. Doch das viele Insulin gibt sich ebenfalls alle Mühe, noch mehr Fett in die Leber zu drücken, da es nicht mehr weiß wohin mit all dem neu ankommenden Fett. Die Leber sieht jetzt keinen anderen Ausweg, als das Insulin zu ignorieren, also insulinresistent zu werden, bevor sie im Fett erstickt. 

Währenddessen pumpt die Leber fleißig Fett in Form von Triglyzeriden in die Blutbahn, um es endlich los zu werden. Der Triglyzeridspiegel steigt an, ein klassisches Symptom für das Metabolische Syndrom. Wohin mit  dem vielen Fett aus der Leber? Zuerst ab ins Blut und dann ab in die Muskeln. Das nennt sich dann Muskelverfettung. Die Bauchspeicheldrüse kriegt auch einen Teil des Fettes ab. Das nennt sich dann Pankreasverfettung. Eine verfettete Bauchspeicheldrüse produziert weniger Insulin, um den Körper vor zu viel Insulin zu schützen.

Als Resultat steigt nun der Blutzuckerspiegel auf ständig zu hohe Werte an. Es manifestieren sich die typischen Symptome von Diabetes: ständiger Durst, häufiges Urinieren, Gewichtsverlust. Ab einem bestimmten Blutzuckerspiegel verlässt Glukose den Körper mit dem Urin. Jetzt hat es unser Organismus mit zwei Übeln zu tun, mit zu viel Insulin und zu viel Glukose im Blut. 

Fettleibigkeit, Insulinresistenz, hohe Blutfettwerte, Betazellen-Dysfunktion, all dies sind Schutzmaßnahmen des Organismus gegen dasselbe Übel: HYPERINSULINÄMIE.

Was machte mein Diabetologe, als er meine Blutanalyse vor Augen hatte? Stimmt, es waren katastrophale Werte: Nüchternblutzucker 450 mg/dL und Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c 13,7%. Bevor ich auch nur ein Wort sagen konnte, hatte er seinen Rezeptblock gezückt, um mir Insulin zu verschreiben. 

Dies war vor 1 1/2 Jahren. Glücklicherweise hatte ich kurz vorher das Buch "Leben ohne Brot" von Dr. Wolfgang Lutz entdeckt. Statt Insulin zu spritzen, welches in meinem Fall gegen alle Schutzmechanismen meines Organismus verstoßen hätte, habe ich meine Ernährungsweise auf strikt kohlenhydratarm und fettreich umgestellt und damit meinen Blutzucker- und Insulinspiegel wieder in den Normalbereich absenken können. 

Obwohl der Pathologe Dr. Joseph Kraft und andere Forscher schon in den 1970er Jahren eindeutig bewiesen hatten, dass Hyperinsulinämie die treibende Pathologie von Fettleibigkeit, metabolischem Syndrom, Gefäßerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen und manifestem Typ-2-Diabetes ist, ignorieren unsere Fachärzte diesen Zusammenhang noch heute. Sie vertreiben unbekümmert den Teufel mit dem Belzebuben, statt die individuelle Stoffwechsel-Situation ihres Patienten zu analysieren. Denn es gibt sie, die Testmethode, mit welcher sich feststellen lässt, ob ein Diabetiker zuviel oder zuwenig Insulin produziert. Es ist der orale Glukose-Toleranztest mit Insulinbestimmung nach Dr. Joseph Kraft (http://zuckerkrankwasnun.blogspot.fr/2016/06/die-diagnose-von-insulinresistenz.html

Was kann ich gegen Hyperinsulinämie tun? Ganz einfach: sehr wenig Zucker und Stärke, moderat Eiweiß und viel natürliches Fett in Form von Speisen aus naturbelassenen Lebensmitteln essen. Jede Speise, in welcher Zucker und Fett kombiniert sind, links liegen lassen. Fertigprodukte sehr genau auf ihre Zusammensetzung überprüfen. Nicht mehr als drei, besser nur zwei Mahlzeiten pro Tag essen, keine Zwischenmahlzeiten. Regelmäßig einen Fastentag oder 3-4 mal jährlich eine Fastenwoche einlegen. Mich nach meinen Möglichkeiten bewegen, ohne mich abzurackern. Das Leben mit Humor und guter Laune angehen. 

Eine Insulintherapie ist ohne Frage lebenswichtig, wenn die Betazellen der Bauchspeicheldrüse ihre Insulinproduktion fast oder ganz eingestellt haben. Ein Arzt, der seinem Patienten ohne eine dezidierte Analyse der Stoffwechselsituation Insulin verschreibt, handelt fahrlässig. 

16.07.2016

Weißes Gift

Gute Gaben bring ich euch: 
Fettleber und Diabetes

Eigentlich haben wir es schon immer gewusst, Zucker macht zuckerkrank. Doch warum ist das so? Es liegt an der Zusammensetzung unseres Haushaltszuckers, welcher sich aus je einem Molekül Glukose und einem Molekül Fruktose zusammensetzt. 

Glukose hat die Molekülstruktur eines 6-eckigen Rings. Unsere Körperzellen nutzen sie als Energiequelle, unser Gehirn und unsere Muskeln sehr gern, unsere roten Blutkörperchen sind sogar darauf angewiesen. Glukose ist derart wichtig für die Energieversorgung unseres Organismus, dass die Leber sie als Glykogen speichert, bei Bedarf in Glukose rückverwandelt, bei Bedarf Eiweiß in Glukose oder Glukose in Fett umwandelt. Unser Organismus hat viele Wege, um mit Glukose umzugehen.

Fruktose hat die Molekülstruktur eines 5-eckigen Rings. Nur unsere Leberzellen können etwas mit Fruktose anfangen, alle anderen Körperzellen nicht.

Glukose hat einen hohen glykämischen Index und hebt den Blutzuckerspiegel stark an. Fruktose hat einen niedrigen glykämischen Index und hebt ihn nur wenig an. Deswegen rieten Ärzte ihren diabetischen Patienten lange Zeit, statt Haushaltszucker reine Fruktose zu verwenden. Ein fataler Irrtum; denn Fruktose ist gerade für Diabetiker reines Gift. Wie das?

Glukose in der Blutbahn ruft sofort Insulin auf den Plan, welches sie über den ganzen Körper verteilen kann. Fruktose wirkt dagegen wie ein Unterseeboot, welches heimtückisch die Leber, und nur sie allein, angreift. Denn nur sie kann mit Fruktose etwas anfangen und sie in Glukose, Laktose und Glykogen umwandeln. Doch was ist, wenn der beschränkte Glykogenspeicher der Leber, wie so häufig, randvoll ist? Dann bleibt ihr nichts anderes übrig, als aus der überzähligen Fruktose Fett zu erzeugen, welches sich in Form von feinsten Tröpfchen in ihr ablagert. Die Leber verfettet. 

Eine Fettleber reagiert weniger sensibel auf Insulin, als eine gesunde Leber, worauf die Bauchspeicheldrüse mit mehr Insulin reagiert, worauf sich die Insulinresistenz der Leber erhöht. So dreht sich der bekannte Teufelskreis von wachsender Hyperinsulinämie und Insulinresistenz mit seinen bekannten Folgen: Übergewicht, Gefäßerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Typ-2-Diabetes. 

Welch ungeheure Sprengkraft ein hoher Zuckerkonsum entfaltet, lässt sich an der Entwicklung von Diabetes in China belegen. Noch 1980 war hier Kristallzucker eine Rarität. Mit der Öffnung zum Weltmarkt fluteten Kristallzucker und Maissirup ins Land. Coca Cola, Pepsi Cola, MacDonald, Kellogs, Mars und viele andere zogen in diesen jungfräulichen Markt ein, der ihre Produkte wie ein Schwamm aufsog. 

Mittlerweile konsumiert der chinesische Normalverbraucher genauso viel Kristallzucker und Maissirup wie sein westliches Vorbild. Das Resultat: 1980 litten weniger als 1% der Chinesen an Diabetes, 2010 waren es schon etwa 12%.


13.07.2016

Wie kann man Insulinresistenz, Fettleibigkeit und Diabetes fördern?


Dieses Foto vom Ende des 19. Jahrhunderts zeigt einen 
kerngesunden, jungen NavajoDieses Volk kannte 
weder Karies, Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen 
noch Typ-2-Diabetes. 

Medizinische Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass die Hypothalamus Region unseres Gehirns den Sollwert für unser Körpergewicht steuert, ganz so wie ein Thermostat den Sollwert für die Raumtemperatur. Insulin hat hierbei eine Schlüsselfunktion: je höher der Insulinspiegel, um so höher der Sollwert. 

Entsteht Insulinresistenz in allen Körperzellen gleichzeitig und gleich ausgeprägt? Wenn ja, dürfte sie sich nicht auf den Sollwert für unser Körpergewicht auswirken. 

Die Insulinresistenzen der Leber, der Muskeln und des Gehirns entwickeln sich jedoch unterschiedlich schnell und ausgeprägt. Erhöht sich die Insulinresistenz in der Leber, bleiben die Muskeln und das Gehirn hiervon unbetroffen. Eine kohlenhydratarme, fettreiche Diät und Fastenkuren verbessern die Insulinresistenz der Leber, wirken sich jedoch nicht auf die Insulinresistenz der Muskeln oder des Gehirns aus. Bewegungsarmut mag die Insulinresistenz der Muskeln verschlechtern und Sport mag sie verbessern. Dies hat jedoch kaum Einfluss auf die Insulinresistenz der Leber oder des Gehirns. 

Auf eine erhöhte Insulinresistenz der Leber oder der Muskeln reagiert die Bauchspeicheldrüse mit mehr Insulin. Wenn ständig hohe Insulinstöße den insulinsensiblen Hypothalamus erreichen, erhöht dieser den Sollwert für unser Körpergewicht. Das können 90 kg sein, aber auch 120kg oder 160 kg oder mehr. 

Nun wird unser Metabolismus alles unternehmen, um dieses Sollgewicht zu erreichen. Er kurbelt die Fettspeicherung an, blockiert den Fettabbau, der Grundumsatz fällt, die Körpertemperatur ebenfalls, man fröstelt leicht, fühlt sich lausig und schlapp. Dafür häufen sich Heißhungerattacken auf Süßes und Fettig-Süßes wie Schokolade, Gebäck. Man nascht trotz guter Vorsätze und erwischt sich dabei, nachts den Kühlschrank zu plündern.   

Hormonausschüttungen allein verursachen keine Resistenz, da sonst unser Metabolismus kaum mehr auf Hormonsignale reagieren würde. Die Evolution hat es deswegen so eingerichtet, dass unsere Drüsen Hormone nur kurzzeitig ausschütten. Das Schlafhormon Melatonin ist tagsüber fast nicht messbar, Wachstumshormon bildet sich nachts während wir tief schlafen, Cortisol vor dem Aufwachen, Thyroxin kurz nach dem Aufwachen.

Für die Ausbildung von Insulinresistenz kommt es sowohl auf die Zusammensetzung unserer Nahrung als auch auf den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme an. So wie es für die Insulinantwort nicht gleich ist, ob wir 500 Kalorien in Form von Gummibärchen oder Olivenöl zu uns nehmen, so ist es nicht gleich, ob wir 6 mal täglich oder 2 mal täglich essen. 

Wenn wir den Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft folgen, sollen Diabetiker 3 Hauptmahlzeiten und 3 Zwischenmahlzeiten täglich zu sich nehmen, davon 50-60% in Form von Kohlenhydraten, 20% als Protein und 20-30% in Form von Fett. Daraus ergibt sich eine Insulin-Verlaufskurve vom Typ (1) der Grafik.

Wenn wir den Empfehlungen der schwedischen LCHF Ernährungsschule folgen, sollen Diabetiker möglichst nur 2 Hauptmahlzeiten und keine Zwischenmahlzeiten täglich zu sich nehmen, davon 80% in Form von Fett, 18% in Form von Protein und 2% in Form von Kohlenhydraten. Dann ergibt sich eine Insulin-Verlaufskurve vom Typ (2) der Grafik.



Bei der von der Schulmedizin empfohlenen Ernährungsweise (Kurve 1) bleibt der Insulinspiegel fast immer sehr hoch. Damit ist der Weg für wachsende Insulinresistenz, für wachsendes Übergewicht und für einen manifesten Diabetes vorgezeichnet. Ganz davon abgesehen, dass ein ständig hoher Insulinspiegel alle Blutgefäße schädigt und wichtige Hormone unterdrückt.

Bei der ketogenen LCHF-Ernährung (Kurve 2) bleibt der Insulinspiegel gleichmäßig niedrig. Damit ist der Weg zu einer besseren Insulinsensibilität, zu einem schlanken  Körper und zu normalen, ausgeglichenen Blutzuckerwerten vorgezeichnet. Das Zusammenspiel vieler Hormone verbessert sich. Der Blutdruck und Blut-Fettwerte normalisieren sich. Es verstärkt sich das Immunsystem. 

Dauerhaft zu viel Insulin in der Blutbahn führt zu Insulinresistenz, zu Übergewicht, zu Gefäßerkrankungen und zu manifestem Typ-2-Diabetes. Es gibt kein Medikament, welches Hyperinsulinismus gepaart mit Insulinresistenz dauerhaft reduziert. So bleibt als einzig nachhaltige Therapie eine Ernährung, welche den Insulinspiegel niedrig hält und den Körper mit allen Nährstoffen versorgt. Dies kann nur eine Ernährungsweise aus naturbelassenen Lebensmitteln mit viel natürlichem Fett, moderat Eiweiß und wenig Zucker und Stärke sein. Eine solche Kost hält lange Zeit satt, bevor sich Hunger einstellt. Lange Pausen zwischen den Mahlzeiten stellen sich ganz nebenbei ein und entlasten die Bauchspeicheldrüse.

Bei einem schon seit Jahrzehnten schwer gestörten Glukose-Stoffwechsel können zusätzliches Intervallfasten oder längere Fastenkuren notwendig sein, um Hyperinsulinismus und Insulinresistenz spürbar zu verbessern. Diabetische Blutzuckerwerte normalisieren sich in aller Regel allein durch die LCHF-Kost in relativ kurzer Zeit. 




07.07.2016

Insulinresistenz - was tun?

Insulinkristalle

Eine überschießende Insulinantwort auf Glukose ist der Ausgangspunkt für eine Krankheitsentwicklung, welche bei kohlenhydratreicher Ernährung von Insulinresistenz zu kardio-vaskulären Erkrankungen zu Übergewicht und zu manifestem Diabetes führt. 

Bis etwa 1960 aß man in Deutschland Süßspeisen nur sonntags und an Feiertagen. Fertiggerichte gab es noch nicht, die Hausfrau kochte selbst und sie sparte nicht an Fett, weil dies den Speisen Geschmack verlieh und satt machte. Die Bauchspeicheldrüse musste nur gelegentlich mit einer großen Flut an Glukose fertig werden. Keine guten Voraussetzungen, damit sich Insulinresistenz entwickelt. Zuckerkrank waren weniger als 2% der Deutschen.

Dies ist heute ganz anders. Aß man damals dreimal täglich an einem gedeckten Tisch und nicht zwischen den Mahlzeiten, so knabbert man heute ständig zwischendurch Kleinigkeiten mit viel Zucker, raffinierter Stärke und Zucker-Fett-Kombinationen. 

Zum Frühstück gibt es ein Fertigmüsli mit Fruchtjoghurt oder Brötchen mit Butter und Konfitüre. Viele Frauen arbeiten außer Haus, die Regale der Supermärkte sind gespickt mit zucker- und stärkereichen, zucker-fettreichen Fertigspeisen. Sie scheinen preiswert, sind schnell zubereitet, schmecken gut, weswegen man sich ihrer gern bedient. All dies sind Speisen, welche eine starke Insulinantwort der Bauchspeicheldrüse auslösen. Ideale Voraussetzungen für einen ständig hohen Insulinspiegel und für die Ausbildung von Insulinresistenz. Zuckerkrank sind jetzt über 10% der Deutschen.

In den USA, dem Vorreiter für diese mittlerweile globale Ernährungsweise, haben mehr als 60% der über 40-Jährigen eine deutliche Insulinresistenz entwickelt. Die Situation in Deutschland ist wahrscheinlich ähnlich. Eine epidemische Ausbreitung von Gefäß- und Herz-Kreislauferkrankungen, Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes sind die Folge. Was tun?


Zuckerkristalle

Nur eine bewusste Umstellung auf eine Ernährungsweise, welche den gestörten Glukosestoffwechsel wieder in Ordnung bringt, kann den Krankheitsprozess aufhalten und umkehren. Dies ist eine Kost aus echten Lebensmitteln, so wie die Natur sie für uns macht und keine Produkte, die in den Laboren und Marketingabteilungen der Nahrungsmittelkonzerne ausgeheckt werden und uns zum Vielessen anregen. Dies sind besonders zucker-fettreiche Speisen.

Unsere artgerechte Kost besteht hauptsächlich aus natürlichen Fetten, moderaten Mengen an Protein und wenig Kohlenhydraten. Unsere moderne Standardkost entspricht nicht den Bedürfnissen des menschlichen Stoffwechsels und macht viele von uns chronisch krank. 

Zu vermeiden 

Zucker in allen Varianten, besonders Zucker-Fett-Kombinationen, Süßigkeiten, Schokolade, Schokoladeriegel, Nutella, Fertigmüsli, Gebäck, Kuchen, Eis, Limonade, Sportgetränke, Obstsäfte, Sirup, Honig, Süßstoffe.

Weißbrot und Vollkornbrot, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Chips, Soja, Mais. Alle Getreidesorten, Hülsenfrüchte, Wurzelgemüse und Cornflakes enthalten sehr viel Stärke.

Alle industriell gefertigten Fette, wie Margarine, Diestelöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl enthalten viele Omega-6 Fettsäuren, welche Entzündungen fördern.

Bier ist flüssiges Brot und enthält viel Malzzucker.

Obst, Beerenfrüchte ausgenommen, enthält viel Fruchtzucker, welcher sehr schnell zu Insulinresistenz und Leberverfettung führt.

Fast alle Fertigprodukte und Halbfabrikate enthalten viel Zucker und unnatürliche, gesundheitsschädliche Zusatzstoffe.


Vorzugsweise

Eier von freilaufenden Hühnern, besonders das Eigelb.

Natürliche Fette wie Butter von Weidetieren, Schweine- und Gänseschmalz, kaltgepresstes Olivenöl, Kokosöl.

Fettes Fleisch und Innereien von artgerecht ernährten Tieren, Wurstwaren ohne Zusätze. Geflügel einschließlich der Haut. Selbstgemachte Knochenbrühe.

Wildfische und Schalentiere aller Art, vorzugsweise fette Fische wie Wildlachs, Hering, Sardinen, Makrelen. 

Gemüse und Salate, die über der Erde wachsen, wie Blumenkohl, Brokkoli, Weißkohl, Rosenkohl, Pilze, Spinat, Auberginen, Avocado, Salat, Gurken, Oliven, Zucchini.

Ungesüßte Getränke, wie Wasser, Tee und Kaffee.


In Maßen

Alle fetten Käsesorten, Sahne, Crème fraîche, Joghurt mit 10% Fettgehalt, Sahnequark mit 40% Fettgehalt. Essen Sie keine fettarmen Milchprodukte, sie enthalten viel Milchzucker.

Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren.

Mandeln, Brasilnüsse, Paranüsse, Walnüsse, Haselnüsse.

Wenig trockener Wein oder klarer Schnaps, keine süßen alkoholischen Getränke.



Im Internet finden sich viele Rezepte für diese Kost, LCHF genannt, beispielsweise bei www.lchf-deutschland.de 

Dies ist eine schmackhafte und sättigende Kost. Wichtig ist es, den größten Teil der Kalorien in Form von Fett zu sich zu nehmen, z.B. Gemüse in Butter geschwenkt, Salate mit viel Olivenöl, mageres Fleisch und Fisch mit einer fetten Soße. Vermeiden Sie zu viel Eiweiß, besonders Milcheiweiß. Es führt zu hohen Insulinspitzen und es wandelt die Leber den Überschuss in Zucker um.

Eine fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung sättigt für lange Zeit, sie versorgt uns mit allen Nährstoffen, welche unser Körper braucht. Die typische Berg- und Talfahrt von Insulin und Blutzucker und daraus resultierende Heißhungerattacken, wie bei der kohlenhydratreichen, fettarmen "gesunden Mischkost", gibt es bei LCHF nicht mehr. Die Körperzellen holen jetzt vorzugsweise Energie aus Fett statt Zucker.

Nach einer gewissen Zeit verzichten viele, welche sich auf diese Weise ernähren, auf das Frühstück, da sie morgens noch keinen Appetit haben, und essen nur noch mittags und am frühen Abend. Dies ist kein Nachteil, da während langer Pausen zwischen den Mahlzeiten der basale Insulinspiegel auf ein niedriges Niveau sinken kann.

Starkes Übergewicht ist immer mit einem ständig hohen Insulinspiegel verbunden, weil dieser die Fettverbrennung blockiert. Deswegen führt Intervallfasten, zum Beispiel jeden zweiten Tag nur eine Mahlzeit täglich, zu guten Erfolgen. Bei älteren, schon seit vielen Jahren stark übergewichtigen Diabetikern reicht dies nicht immer aus. Bei ihnen gelingt es erst nach längeren Fastenkuren, den basalen Insulinspiegel so abzusenken, dass sich alte Fettreserven abbauen können. 

Selbstverständlich verbessert körperliche Bewegung die Insulinresistenz der Muskelzellen, doch kommt sie gegen eine zucker- und stärkereiche, fettarme Ernährung mit täglich 3 Haupt- und 3 Zwischenmahlzeiten, wie sie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung propagiert, kaum an. 

Krafttraining verbessert nachweislich die Insulinresistenz des Muskelgewebes und ist jüngeren Menschen zu empfehlen. Ältere Diabetiker sollten sich mit Freude nach ihren Möglichkeiten bewegen. Nicht zu vergessen, ein ausgeglichenes, heiteres Wesen und ein guter Schlaf verbessern nachweislich die Insulinresistenz.